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Zeit ist Hirn

Der Schlaganfall ist ein zeitkritischer medizinischer Notfall. Bei einem Schlaganfall verliert der Betroffene je nach Ausmaß der Durchblutungsstörung etwa 1,2 Milliarden Nervenzellen und mehr als 7.000 km Nervenfasern, dies entspricht der Entfernung zwischen Berlin und Peking. Bleibt ein Schlaganfall gänzlich unbehandelt, verliert das Gehirn so viele Zellen wie sonst im Laufe von 36 Jahren.1 Deshalb ist es elementar, den Schlaganfall schnell als einen Notfall zu behandeln. Die Nervenzellen des Gehirns sind auf eine ununterbrochene Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen. Einen totalen Sauerstoffmangel können sie nur kurze Zeit (zirka 3 bis 5 Minuten) überleben. Ob es zu einem Absterben von Zellen kommt oder bei einem teilweisen Funktionsausfall des Gehirns bleibt, ist im Wesentlichen eine Frage der Zeit.

Das Schicksal der betroffenen Patienten hängt davon ab, ob verschlossene hirnversorgende Gefäße früh eröffnet werden können. Wurde ein auf einer Durchblutungsstörung beruhender Hirninfarkt, also ein ischämischer Schlaganfall, festgestellt, wird als erste therapeutische Maßnahme versucht, durch die hoch wirksame intravenöse Gabe eines Medikamentes das verstopfende Blutgerinnsel (den Thrombus) aufzulösen. Diese Form der Behandlung wird Thrombolyse genannt. Besonders gut sind die Erfolgsaussichten einer Thrombolyse in den ersten 60 bis 90 Minuten nach dem Hirninfarkt, doch auch nach drei bis vier Stunden kann es gelingen, die Hirndurchblutung wiederherzustellen. Vielfach können dadurch bleibende Behinderungen gänzlich vermieden oder zumindest deren Ausprägung verringert werden. Das Auflösen der Blutgerinnsel birgt – die Kehrseite der Medaille das Risiko von Blutungen, weswegen diese Behandlung von erfahrenen Neurologen in darauf spezialisierten Schlaganfallstationen (Stroke Units) durchgeführt werden sollte.

Bringt die medikamentöse Thrombolyse nicht den gewünschten Erfolg oder ist sie bei einem Patienten nicht durchführbar, so kann das Blutgerinnsel auch mit Hilfe eines Spezialkatheters entfernt werden. Medizinische Leitlinien empfehlen in bestimmten Fällen eine Kombination aus bewährter Thrombolyse und der mechanischen Methode mittels Katheter.2 Diese als Thrombektomie bezeichnete operative Behandlungsform wird besonders erfolgreich bei Blutgerinnseln in großen Hirngefäßen angewandt. Hier ist das Geschick eines Neuroradiologen, also eines Röntgenfacharztes mit Spezialisierung auf neurologische Erkrankungen, gefragt. Auch hier gilt: Je weniger Zeit bis zur Behandlung vergeht, desto mehr Nervenzellen bleiben erhalten und desto größer ist die Chance für einen langfristigen Therapieerfolg!

Zeit ist Hirn
Nächstes Kapitel:
Diabetes erkennen, Schlaganfall vermeiden
  1. Stroke 2006; 37: 263-266
  2. DGN-Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls – Rekanalisierende Therapie, 2015
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